Du kannst mit einem + Suchbegriffe hinzufügen, mit einem - ausschließen oder mit "" nach einer Phrase suchen
Film | »Alles eine Frage der Zeit« von

About Time – Alles eine Frage der Zeit

Film – About Time

Zeitreisen faszinieren die Menschheit schon eine kleine Ewigkeit. Mal ehrlich: Wer wünscht sich nicht, einfach in die Vergangenheit oder Zukunft zu reisen, den einen oder anderen gemachten Fehler rückgängig zu machen, ob nun privater, historischer oder zukünftiger Natur, den Zeitgeist einer längst vergangenen Epoche oder noch nicht existierenden real zu erleben oder an einem historisch oder zukünftig denkwürdigen Ereignis teilzunehmen.

Verbinden die Schöpfer von »Notthing Hill« und »Tatsächlich Liebe« diesen zeitlosen Menschheitstraum mit Dingen des Herzens, dann kommt ein gefühlvoller und charmanter Film, wie »About Time« dabei heraus.

Worum geht’s?

An Silvester wird der 21-jährige Tim von seinem Vater in ein ganz besonderes Geheimnis eingeweiht, denn sämtliche Männer der Familie besitzen die Fähigkeit, durch die Zeit zu reisen. Zunächst glaubt er seinem Vater nicht, doch nach und nach entdeckt Tim die Vorteile, die diese Fähigkeit mit sich bringt, und setzt sie zu seinem Vorteil für sich ein. Als er in der Amerikanerin Mary die Liebe seines Lebens findet, scheinen Zeitreisen jedoch zunächst überflüssig. Doch dann hilft Tim einem Freund, indem er die Vergangenheit etwas verändert und dadurch unbewusst das erste Treffen mit Mary ungeschehen macht, die sich nun nicht mehr an ihn erinnern kann.

Rezension

Manch anderer Regisseur hätte sich mit dieser Rahmenhandlung zufrieden gegeben und eine klassische Liebesgeschichte daraus gemacht. Damit meine ich: Protagonist verliebt sich, macht einen Fehler, muss das Problem lösen um am Ende seine große Liebe für sich zu gewinnen. Fertig. Nicht Richard Curtis, so vorhersehbar ist „About Time“ tatsächlich nicht. Unerwartet und dennoch logisch nachvollziehbar sind seine Wendungen, seine Charaktere sehr authentisch und liebevoll ausgearbeitet und genau das macht diesen Film so besonders und unbedingt sehenswert. Curtis nutzt die Zeitreise zwar als Aufhänger, sie ist den gesamten Film über präsent und tritt dennoch in den Hintergrund, denn es geht um mehr als das. Dieser Film handelt von einem jungen Mann der erwachsen wird, seiner Familie, Konflikten, Beziehungen, Zusammenhalt, der großen Liebe, Verantwortung, Trauerbewältigung, Liebe und Tod, Glück und Unglück – eben vom Auf und Ab des Lebens.

Es handelt sich um eine sensibel inszenierte Geschichte, die sowohl beschwingt, wunderschön, originell, einfühlsam, heiter, als auch dramatisch und spannend ist. Eine Geschichte die zum Träumen und Weinen ganz ohne Kitsch einlädt. Mit einem feinen, intelligentem, sehr stimmungsvollem Humor, der komplett auf Schenkelklopfer und Klamauk verzichtet.

Fazit

Ein Film der ans Herz geht und sich für die Gefühle und Gedanken seiner Charaktere interessiert, welche erstklassig gespielt und famos gecastet wurden. Insbesondere Domhnall Gleeson in der Rolle des Tim und Bill Nighy als liebevoller Vater begeistern sehr. Ein Film, bei dem die Zeitreise auch logisch funktioniert und keine Storyfehler den Filmgenuss stören. Ein charmanter Film, der von klassischen Genrenormen abweicht. »Die Frau des Zeitreisenden« ebenfalls mit Rachel McAdams schneidet im Vergleich deutlich schlechter und kitschiger ab. Aus diesem Grund empfehle ich lieber Zeit zu sparren und sein Augenmerk auf dieses Juwel zu richten.

Im Original mit Untertitel gesehen.

Von mir gibt's

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.