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Bücherchaos vs. Bücherordnung

Bücherchaos

In Anlehnung an den Blogbeitrag »Fast vom Bücherchaos erschlagen« drüben bei Klappentexterin möchte auch ich etwas zum Thema Bücherchaos vs. Bücherordnung sagen. Es ist so, dass ich eigentlich ein sehr ordnungsliebender Mensch bin und würde gern Ada Mitsou nacheifern, die in ihrem Kommentar schrieb »Ich bin übrigens eine ordentliche Buchliebhaberin. Bei mir wird mehrmals im Jahr sortiert und abgestaubt.« – das Problem ist nur, dass bei uns nur die Fachbücher gerade so ausreichend Platz haben, die Belletristik jedoch vollkommen den Rahmen sprengt.

Fach- und Sachbücher

Unsere Bücher rund um Typographie, Photographie und Design haben gerade so ausreichend Platz im Arbeitszimmer, um in einer gewissen Ordnung zu stehen. Hier ist es auch recht einfach, da die Fächer nach Themengebieten befüllt sind. Nur darf wirklich nichts dazukommen, da das Regal neben Büchern auch mit Magazinen vollgestellt ist. Mittelfristig sollen hier einige Expedits übereinander und nebeneinander eine ganze Regalwand bilden. Dieser Regaltypus ist ideal für die in aller Regel sehr ausladenden Designbücher. Die Kochbücher hingegen stehen bei den Vorräten, was auch Sinn macht, da sie zum einen gesehen werden können – sind ja schließlich auch hübsch anzusehen – zum anderen kommt man schnell dran, wenn man noch einmal nachschlagen möchte während man bereits am Kochen ist.

Belletristik

Die Belletristik steht mehr oder weniger in zwei Regalen im Wohnzimmer und hat jeden Anflug von Ordnung schon lange aufgegeben. Ada Mitsou sagt dazu in einem weiteren Kommentar »Und ich habe genau andersherum gedacht: Vielleicht sollte ich mir Klappentexterins kreatives Chaos mal zu Herzen nehmen und meine Bücher einfach Bücher sein lassen. Ordentlich kann auch schön aussehen, aber dein Wirrwarr hat mehr Charme!«

Da ist sicherlich was Wahres dran und ich muss gestehen, so ungemein gestört hat mich das Chaos bisher nicht, wichtiger ist es meiner Meinung nach – da kommt die Ordnungsliebe wieder durch – die Bücher irgendwie katalogisiert zu haben, ähnlich wie man seinen Wunschzettel aufgeräumt hält, damit man nicht Bücher geschenkt bekommt – oder eben selbst kauft – die man dann doch schon hat. Hier wird es dann wieder wichtig, irgendein System zu haben, um die Übersicht zu behalten und natürlich ein wenig Disziplin. Stefanie spricht die Sortierung nach Farbe an. Meiner Meinung nach ist das eine Möglichkeit für Bücher als Einrichtungsgegenstand, da es durchaus hübsch anzusehen ist, aber für eine lebendige Bibliothek, die auch genutzt also gelesen wird, vollkommen unpraktisch. Ich behaupte, dass niemand in der Lage ist, ab einer gewissen Anzahl an Büchern, die Farbe eines jeden Einzelnen im Kopf zu haben.

Zum Auffinden bedarf es aber eben doch einer Ordnung mit der man leben kann, auch wenn man weiß, dass man ein Buch besitzt. Eine Trennung nach Taschenbuch und Hardcover ist meiner Meinung nach äußerst unpraktisch und eine gewisse Durchmischung steigert den anfangs erwähnten Charme. Nach Autoren und Alphabet finde ich irgendwie zu »unsexy« und bevorzuge eher die Thriller zusammenzustellen und die Gesellschaftsromane und so weiter. Wenn man von einem Autor mehrere Bücher hat, ist ein gesuchtes Buch schnell gefunden, aber was macht man mit Autoren von denen man nur ein Werk besitzt? Obwohl bisher weniger englische Ausgaben im Regal stehen, finde ich diese neben ihren deutschen Pendants schön und würde die englische Literatur nicht per se gesondert stellen. Nur wie macht man daraus ein System?

Bei den Koch- und Fachbüchern werden inventarisierte Exemplare mit einem kleinen Klebepunkt markiert und landen, wie die Filme, auch direkt nach Anschaffung erst einmal auf dem Schreibtisch, bis sie in der virtuellen Bibliothek eingetragen sind. Hier nutzen wir Delicious Library, mit dem wir lange Zeit auch sehr zufrieden waren, aber leider fehlt ein wenig die Weiterentwicklung und außerdem kommt irgendwann die ernüchternde Erkenntnis, dass die Virtuelle Bibliothek auf einem Mac im Haushalt auch nicht ganz so komfortabel ist und die regelmäßige Pflege auch recht aufwendig, da man nicht vor dem Regal stehend »pflegen« kann.

Aufbewahrung und Bücherregale

Unabhängig von der Nutzung eines Katalogs, ist die Ordnung und die Wahl des passenden Möbelstücks eine weitaus größere Herausforderung. Ich mutmaße einfach mal, dass die Mehrheit der Bücherchaoten die günstigen Regale vom schwedischen Möbelhaus nutzt. Auch wir haben eines dieser Regale. Mir persönlich gefallen sie aber ganz und gar nicht, aus verschiedenen Gründen. So sehen Bücher in echten Holzregalen viel schöner aus, das Medium Buch geht fast schon eine Symbiose mit dem Regal ein und verbindet sich zu einem wunderschönen Gestaltungselement des Wohnraums. Um im Idealfall »schön auszusehen und wie eine wohlklingende Melodie komponiert zu sein«. Außerdem finde ich die üblich verwendeten Regale viel zu tief, da die meisten Bücher diese Tiefe nicht mal annähernd ausnutzen und zweireihige Nutzung finde ich ganz schlimm. Da schließe ich mich Petra Gust-Kazakos Kommentar voll und ganz an, die sich wie folgt äußert: »Das ist überhaupt das Problem, dass Bücherregale oft sehr tief sind oder, falls man mal welche findet, die kleiner/gleich 25 cm tief sind, die Fachhöhen zu niedrig ausfallen«. Außerdem wohnen wir in einem Altbau mit über 3m Deckenhöhe, da wirken die Regale mit 1,92m eher armselig und gar nicht gemütlich und da hilft auch kein Aufsatzfach, das im Verhältnis zum Regal, auch recht teuer ist. Unser Ziel ist es, uns einmal eine individuelle Lösung leisten zu können, wie man sie beispielsweise bei DeinRegal oder schrank-werk erhält. Einziges Problem dürfte sein, dass man dann auch nicht mehr umziehen kann, aber dafür entspricht es eben allen Wünschen, ein Traum. Alternativ halt so etwas wie Cubit aber, das ist wirklich schon wieder so hypermodern und unruhig, im Vergleich zu einem klassischen Holzregal.

Loswerden vs. Behalten

Nomadenseele spricht in ihrem Kommentar »Die wenigsten Bücher haben bei mir eine Chance alt zu werden, der Rest verschwindet irgendwann via Tauschticket, Buchspenden oder Mülleimer – keine Lust mich damit zuzubauen.« das Aussortieren von Büchern an, was nun wieder eine ganz neue Thematik aufwirft, die ich in diesem Beitrag nicht mehr bearbeiten möchte. Sicherlich sortieren auch wir hin und wieder Bücher aus, aber wenn man Bücher lieb gewonnen hat, irgendwann einmal auch seinen Kindern zur Verfügung stellen möchte und sie eben auch als Mitbewohner und zur Einrichtung gehörend empfindet, ist das mit dem Aussortieren eigentlich keine Option beziehungsweise eine höchst selten angewandte. Aber das schreit schon wieder nach einem eigenen Blogbeitrag, demnächst.

Lesehaushalt

Annegret spricht noch eine ganz andere Thematik an, die bei uns noch eine Weile irrelevant bleibt. Was tun, wenn man mehrere Leseratten in seinem Haushalt hat? Wir haben schon vor einiger Zeit die anfänglich getrennten Regale und Bücherschätze zusammengelegt. Was aber tut man, wenn man Kinder hat – die Frage ist jetzt natürlich an diejenigen gerichtet, die bereits auf Erfahrungen zurückgreifen können. Möchte man die Kinderbücher in die eventuell vorhandene, große Bücherwand einsortieren oder ist es nicht schöner, wenn die Kinder mit ihren Büchern gemeinsam wohnen dürfen? Später dann, besteht das gleiche Problem und zusätzlich die Frage nach dem Teilen von Büchern mit den eigenen Kindern, dürfen sie sich die Bücher einfach aus dem großen Regal nehmen oder nicht? Ist die Einrichtung eines »Bibliothekszimmers« für die »ganze Familie« hilfreich oder erstrebenswert? Wie behält man Ordnung und Übersicht bei mehreren Nutzern?

Einige der Kommentatorinnen und Kommentatoren haben auch schon darüber nachgedacht über das Thema Bücherchaos zu schreiben, vielleicht können sich Ada Mitsou, Blauraum und andere dazu motivieren. Ich würde mich freuen, wenn jeder, der das tut, sich meldet, dann würde ich hier alle verlinken, sodass man eine Übersicht über die verschiedenen Konzepte und dazugehörigen Diskussionen hat. Also, schreibt und fotografiert!

Kommentare

  1. Pingback: Lesenwerte Blogartikel « Literaturblog von Nomadenseele

  2. Danke für die ausführliche Zusammenfassung der verschiedenen Kommentare zu meinem Beitrag sowie für deine Überlegungen und Beobachtungen! Der Text liest sich so übersichtlich wie ich mir meine Regale wünsche. Wirklich schön finde ich deine Alternativen zum schwedischen Bücherregal, nur befürchte ich, dass sie wesentlich teurer sind.

    Ich würde mir ebenfalls wünschen, dass andere über das Thema berichten, in welcher Form auch immer, Möglichkeiten gibt es ja wie bei der Sortierung, einige. Bleiben wir also gespannt.

    Viele Grüße,

    Klappentexterin

    • Vielen lieben Dank für deine freundlichen Worte, ich würde mich auch freuen, wenn das noch ein wenig aufgegriffen wird, da ich es durchaus spannend finde und man selbst ungemein viel mitnehmen kann, aus den Diskussionen und den Überlegungen anderer. Die Regalalternativen finde ich, wenn man bedenkt was man dafür bekommt, gar nicht so teuer, was nicht heißt das sie billig sind. Aber insbesondere bei dem von mir angesprochenen Thema Raumhöhe kommt man bei den Schweden mit den Aufsätzen auch schnell auf happige Preise und die bieten dann nicht einmal eine sonderlich schöne Lösung… und für uns Buchfreunde und -sammler sollte doch das Wohlbefinden der Mitbewohner auch am Herzen liegen :-)

  3. Pingback: Grundsatzgedanken III « Literaturblog von Nomadenseele

    • Das müsste man wie Ada Mitsou, einfach regelmäßig machen, mit Filmen (so denn man da auch einiges vorzuweisen hat) ähnlich. Das blöde bei uns ist einfach, das die Ordnung dermaßen durcheinander gekommen ist, das es dann besonders schwer fällt zu ordnen. Nach der Anschaffung des nächsten Regals, wollen wir das mal in Angriff nehmen, dann kann man die sortierten Bücher ordentlich wegstellen und die weniger guten oder gar schlechten aussortieren, momentan würde das glaube ich wenig bringen. Leider. Wo lagerst du deine Bücher, wenn im Regal kein Platz mehr ist?

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