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Rezension | »Die seltsamen Methoden des Dr. Irabu« von

Für unbeschwerte Lesestunden ohne zu viel Gehalt oder Tiefgang.

Okuda, Hideo - Die seltsamen Methoden

Seltsam ist hier, dass ich meine Einleitung schon wieder mit Friederike beginne. Diesmal war sie – im Gegensatz zu Fräulein Jensen – wirklich die Quelle meiner Inspiration. Beim Durchgehen ihres Blogs japanliteratur.net bin ich auf dieses Buch, welches der Auftakt zu einer Reihe von Geschichten um den namensgebenden Protagonisten geworden ist, gestoßen. Da ich, wie auch sie, ein Freund japanischer Literatur bin und bislang nichts explizit humoristisches gelesen habe, reizten mich die Geschichten um Dr. Irabu sehr. Bedauerlicherweise bin ich mit keiner der gelesenen Geschichten so richtig warm geworden. Ich muss dazu sagen, dass ich bei humoristischem allgemein etwas schwierig bin und eher schmunzle als laut loslache. Bei diesem Buch war mir, glaube ich, zumeist klar was an welcher Stelle witzig sein sollte, aber mich hat es nicht zum Lachen gebracht. Als ich dann zur vierten Geschichte kam, die Baseball als Grundthema hat, brach ich auf Seite 175 endgültig ab. Daher fällt die letzte Geschichte aus meiner Beurteilung heraus, wenngleich sie meinen Gesamteindruck sicherlich nicht maßgeblich hätte verändern können.

Ich finde es wenig heilend, wie es Friederike beschreibt, von einem Yakuza, einem Trapezkünstler oder einem Baseballspieler mit irgendwelchen Ängsten zu lesen. Vielleicht fehlt mir dazu die Fähigkeit der Abstraktion und damit zur Identifizierung, ich weiß es nicht. Ich kann gut nachvollziehen, dass die Reihe in Japan als Fernsehserie umgesetzt werden soll, dennoch fehlte mir aber die Nähe, Authentizität und der Tiefgang, der irgendwie Andeutung findet, aber nicht so richtig zum tragen kommt.

Auf Japanische Literatur bekommt man einen durchaus positiven Ausblick auf die anderen Bände. Bücherzeit fasst das Buch meiner Meinung nach ebenfalls wunderbar zusammen und hält auch ein wenig meine Erwartungshaltung fest: »Obwohl Irabus merkwürdige Art und sein seltsamer Sinn für Humor mir öfters einmal ein Grinsen entlockt haben, fand ich die Erzählungen eher durchschnittlich. Vor allen Dingen hatte ich mir etwas mehr Einblicke in die japanische Lebensweise erhofft und die durch den hohen Erfolgsdruck hervorgerufenen psychischen Schwierigkeiten. Doch leider könnte jeder der 5 Fälle in einem beliebigen Industrieland stattgefunden haben, ohne dass dies etwas verändern würde.« Bücherwurmloch resümiert »Wer sich ein paar unbeschwerte Lesestunden wünscht, ist mit Dr. Irabu bestens bedient, zu viel Gehalt oder Tiefgang darf man sich jedoch nicht erwarten. Die Lektüre hinterlässt zarte Schmunzelfalten und den Gedanken, sich doch öfter mal wieder zu verhalten wie ein Lausbub – dann ist das Leben einfach lustiger.« und vielleicht versuche ich mich doch noch einmal am zweiten Band, zu einem späteren Zeitpunkt ohne jede Erwartung und gönne mir die ein oder andere Schmunzelfalte.

Von mir gibt's

Kommentare

    • Nun gut, da du Teil 2 also besser fandet, werde ich es wohl auch probieren, so total daneben fand ich es ja auch wieder nicht und erkenne durchaus das Potenzial. Ich habe mir Teil 2 mal auf die Merkliste bei Medimops gesetzt und sobald es erhältlich ist und ich eine Bestellung zusammenpacke, kommt es mit rein. Ich melde mich dann nach dem nächsten Versuch 🙂

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