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Neue Bücher im Mai

Neue Bücher [2]

Da ich heute aufgrund der hohen Temperaturen nicht in der Lage bin, meine begonnenen Rezensionen zu Ende zu bringen, habe ich mir überlegt, einfach mal eine Auswahl der Neuzugängen der letzten Wochen – wie immer, verbunden mit einem kurzen Kommentar – zusammenzustellen. Welches davon demnächst gelesen wird, habe ich auf Facebook mal als Frage in die Runde geworfen und freue mich über rege Teilnahme sowie Kommentare. Neben den genannten sind noch einige Werke von H.G. Wells und Truman Capote eingetrudelt, dazu sollen aber eigene Beiträge folgen, deren Fertigstellung sich bei 30°C vermutlich nur noch um Wochen und Monate hinziehen kann – ich gebe mein Bestes!

Vor etwa anderthalb Jahren haben wir auf arte die Dokumentation »Romane made in New York« gesehen, in der sechs US-amerikanische Schriftsteller vorgestellt wurden und auch selbst zu Wort kamen. Namentlich waren das Jonathan Safran Foer, Jonathan Franzen, Nicole Krauss, Jay MacInerney, Rick Moody und Marisha Pessl. Insbesondere Jonathan Safran Foer kam auch menschlich so sympathisch rüber, dass ich umgehend »Extrem laut und unglaublich nah« und »Alles ist erleuchtet« las und noch heute sehr angetan bin. DieVerfilmung von »Alles ist erleuchtet« befindet sich allerdings noch auf dem SuF2. Bisher war mir als typischer Vertreter der New Yorker Literatur nur Paul Auster bekannt, der schon lange zu meinen Lieblingsautoren zählt. Das Debüt von Marisha Pessl habe ich als Hörbuch, gelesen von Anna Thalbach, begonnen ohne es abzuschließen, da es mich einfach nicht fesseln konnte und mir tatsächlich ein bisschen auf die Nerven ging. Die Anschaffung der folgenden zwei Bücher ist also wieder besagter Dokumentation geschuldet.

Rick Moody – Paranoia

Bekannt wurde der Autor wohl durch seinen von Ang Lee mit Kevin Kline und Joan Allen verfilmten Roman »Der Eissturm«, den ich selbst bisher weder als Buch noch als Film wahrgenommen habe. »Paranoia« reizte mich, da die drei Erzählungen die im wahren Sinn des Wortes die verrückte, amerikanische Gesellschaft anhand dreier exemplarischer Protagonisten beschreiben. Erinnert mich von der Beschreibung ein wenig an »Wenn der Fluss von Whiskey wär« von T.C. Boyle. Gibt’s auch bei Amazon.

Nicole Kraus – Das große Haus

Als Liebhaber von Gesellschaftsromanen und Geschichten aus dem Leben, kommt man bei der aktuellen Literatur wohl nur schwer an der Sprachgewalt dieser Autorin vorbei. So soll »Das große Haus« mein Einstieg in die Erzählkunst von Nicole Kraus, die im übrigen die Frau von Jonathan Safran Foer ist, sein und auch eine willkommene Abwechslung zur sommerlichen Unterhaltungsliteratur oder einem Thriller. Gibt’s für 19,95 Euro auch bei Amazon.

Linwood Barclay – Ohne ein Wort

Auf diesen Autor kam ich ganz zufällig und da die Rezensionen, die ich fand, sehr positiv waren und das Buch gerade günstig bei Medimops angeboten wurde, habe ich einfach mal blind zugegriffen, auch wenn ich aktuell gar keinen Bedarf an neuen Thrillern habe, da es eigentlich noch Tess Gerritsen und Kathy Reichs zu entdecken gilt. Gibt’s für 8,95 Euro auch bei Amazon.

Siri Hustvedt – Der Sommer ohne Männer

Sie gilt als eine der bekanntesten Vertreterinnen der Intellektuellenszene New Yorks, sie ist die Frau vom ebenfalls großartigen Paul Auster und sie schreibt über das Leben. Sie lässt ihre Protagonistin mittleren Alters über ihr Leben reflektieren und genau deswegen sprach mich dieses Buch, als eine der interessantesten Neuerscheinungen diesen Jahres, so an. Eine Freundin las gerade erst »Was ich liebte« und fand es »interessant« – je nachdem wie mir »Der Sommer ohne Männer« gefällt, werde ich es vielleicht gleich im Anschluss lesen. Gibt’s für 19,95 Euro auch bei Amazon.

Melissa Jacoby – Der verführerische Charme der Durchschnittlichkeit

Über dieses Buch bin ich bei meiner täglichen Tour durch verschiedene Blogs gestoßen (leider habe ich die genaue Quelle vergessen) und so gelangte es auf meinen Wunschzettel und wurde nun gekauft. Die Idee, die Welt zu beschreiben, wie sie ein »Genie« sieht, finde ich für sich genommen bereits reizvoll, den Wunsch »normal« zu sein, kennen viele sicherlich auch, ohne selbst Genies zu sein – so ist es doch der Wunsch »dazugehören zu wollen« der viele insbesondere während ihrer Jugend mal mehr, mal weniger quälte. Der Wunsch des Ausbruchs aus einer privilegierten Welt, lässt mich ein bisschen an »Into the Wild« denken, auch wenn es in diesem Buch nicht um den Ausbruch in die Wildnis geht. Gibt’s für 19,99 Euro auch bei Amazon.

Carlos Puertos – Der Blick

Auf fieses Buch bin ich durch die Seite »Über mich« der von mir sehr gern gelesenen Bloggerin Ada Mitsou gestoßen. Die Bloggerin, die sich ihren Namen nach der Protagonistin aus eben diesem Buch gab, zumindest teilweise, schreibt wunderbare Rezensionen, liest wunderbare Bücher und inspiriert mich ungemein. Sie schreibt zu diesem Buch folgende Zeilen: »Ein Jugendbuch, das ich zu meinen liebsten zähle, auch wenn ich die anderen Werke des Autors nicht berauschend fand. Ada ist Cellistin und trägt eine Melancholie in sich, die zwar da ist, ihren Hunger nach Leben aber nicht überschatten kann.« Ich bin sehr gespannt und freue mich auf das Buch, obwohl ich sonst eher wenig Jugendliteratur in meinem Regal stehen habe, gleichwohl mich die beschriebene Melancholie und die Schicksalsschläge des Lebens sehr reizen und ein wenig an Banana Yoshimoto erinnern lassen. Gibt’s auch bei Amazon.

Die nächsten beiden Bücher sind in den Warenkorb gewandert, weil ich vor kurzem mit großer Freude »Nächsten Sommer« des in Berlin lebenden Autors gelesen habe.

Edgar Rai – Vaterliebe

Die Kurzbeschreibung von »Vaterliebe« erinnerte mich an den Film »Kokowääh« von und mit Til Schweiger, den ich sehr unterhaltsam fand (insbesondere für Deutsches Kino) – es geht kurz gesagt darum, dass ein Single kurzerhand mitbekommt, dass er schon seit Jahren Vater ist und nach dem tragischen Umstand des Todes der Mutter, fällt ihm kuzerhand die Verantwortung für das Kind zu. Gibt’s für 16,95 Euro auch bei Amazon.

Edgar Rai – Sonnenwende

Bei »Sonnenwende« handelt es sich um eine Neuauflage unter neuem Titel, das Original trägt den Titel »Loop« wie der Website des Autors zu entnehmen ist. Ähnlich wie »Nächsten Sommern« handelt es vom Leben, dem Sommer und der Liebe. Ideal als leichte Kost wir zwischendurch, die trotz allem den Anstoß geben kann, über das Leben zu sinnieren. Gibt’s für 9,99 Euro auch bei Amazon.

Kommentare

  1. Also mir ist dieses Buch mit dem runden Loch im Cover schon mehrfach aufgefallen… einfach nur wegen der Gestaltungsweise. Aber ich wusste ehrlich gesagt gar nicht recht, worum es geht. Hört sich aber für mich jetzt auch nicht sooo spannend an. Wenn ich schon irgendwas mit New York lese, macht mein Kopf meist dicht (die Richtung stimmt, aber es könnte noch ein wenig weiter sein.. bis Tokyo *g*)

    • Ich lese ja deine Blogs liebend gern, da ich japanische Literatur auch sehr mag, auch wenn ich da bei weitem nicht so tief drin stecke wie du. Ich mag Haruki Murakami und Banana Yoshimoto von denen ich fast alles gelesen habe, bei Kenzaburô Ôe und Yasushi Inoue habe ich erst angefangen reinzulesen und dann ist noch einiges auf dem SuB und der Wunschzettel hat eine eigene Kategorie zu japanischer Literatur.

      Zu Siri Hustvedt muss ich sagen, das ich wie bereits geschrieben Paul Auster en masse gelesen habe, sie aber bisher noch gar nicht, so bietet mir das Buch einen Einstieg – so hoffe ich – und wenn nicht, habe ich auch noch »Was ich liebte« als Alternative… ich bin gespannt. Die Geschichte um die Neuordnung des eigenen Lebens und die Feststellung das das Leben mit Mitte Fünfzig noch ganz schön lange geht etc. finde ich recht spannend. Ich mag Bücher die über das eigene Leben nachdenken lassen und/oder einen klaren Bezug haben…

  2. Oh, wie schön! Ich freue mich sehr, dass ich in dir jemanden gefunden habe, der nun auch „Der Blick“ lesen wird und mir danach seine Meinung dazu sagen kann.
    Für mich ist das sehr spannend, da ich das Buch mehrmals als Jugendliche gelesen habe und damals so angetan war, dass ich es nicht mehr hergeben würde. Interessant ist dabei natürlich, wie die Geschichte auf dich als Erwachsener wirken wird, denn ich kann mich nicht davon freisprechen, dass meine Bewertung von meinen damaligen Empfindungen beeinflusst wurde.
    Es kann also durchaus sein, dass du es (vor allen Dingen als männlicher Leser) total verklärt, mädchenhaft und seicht finden wirst, doch ich bin auch heute noch der Meinung, dass es durch die Stimmung zwischen den Zeilen und die Denkweise der Protagonistin aus der Masse der Jugendbücher heraussticht. Ich habe es als eher tiefgründiges, warmes, aber auch schwermütiges Jugendbuch in Erinnerung und die Mischung trifft oft meinen Geschmack.
    Aber bevor ich hier schon beginne, das Buch zu verteidigen, solltest du es vielleicht erstmal lesen 😉 Ich bin gespannt, welche neuen Perspektiven ich dadurch gewinnen werde…

    (Und ganz lieben Dank auch für deine schönen Worte zu meinem Blog. Sie freuen mich sehr!)

    • Ich bin auch schon gespannt, da ich den Klappentext schon interessant fand und etwas sagen wir ambivalente Meinungen mich nur herausfordern mir meine eigene Meinung zu bilden. Es ist unterhaltsam zu lesen, wie du das Buch verteidigst bevor ich nur die erste Seite aufgeschlagen habe, unterstreicht aber auch deine emotionale Bindung zum Buch. Was die männliche Sicht der Dinge angeht kann ich dich beruhigen, da ich da nicht unbedingt ins typische Raster falle. Literarisch zeigt sich das bspw. in meiner Liebe zu Carson McCullers oder auch Dorothy Parker, filmisch liebe ich bspw. Liebe braucht keine Ferien 🙂 Also gut, ich werde dich umgehend informieren, sobald ich die letzte Seite des Buches zugeschlagen habe… es wird in letzter Zeit immer schwerer mich in meinem SuB zu Recht zu finden, Entscheidungen zum nächsten Buch zu treffen und so extrem viel komme ich leider auch nicht zum lesen … der Tag hat einfach zu wenige Stunden, wie die Woche zu wenige Tage hat. Eine schöne Woche dir!

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