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Rezension | »Die Frau meines Lebens« von

Französische Romantik mit reichlich Witz und noch mehr Charme

die frau meines lebens

Nicolas Barreau schlummerte schon einige Zeit auf meinem Stapel ungelesener Bücher, mit diesem seinem Erstling. Nach dem Lesen sollte sich entscheiden, ob auch seine nächsten Bücher den Weg ins Bücherregal finden sollten. Nach einigen, teils komplizierten Büchern, schwerer Kost für Kopf und Gemüt, war ich nun auf der Suche nach etwas leichtem, lebensbejahenden und ich fand es in diesem Buch. Es war nach Isabel Ashdown und Ruth Cerha genau das Richtige und es brachte mich dazu, noch während der letzten Seiten die nächsten beiden Bücher dieses jungen, französischen Autors zu bestellen und am nächsten Tag mit dem Lesen zu beginnen. Meine Begeisterung um das Buch sollte sogar soweit führen, dass ich es gleich zwei weiteren Leser empfehlen konnte.

Worum geht’s?

»Heute bin ich der Frau meines Lebens begegnet. Sie saß in meinem Lieblingscafé, ganz hinten an einem der Holztische vor der verspiegelten Wand und lächelte mir zu. Leider war sie nicht allein. Ein – ich muß es zugeben – verdammt gut aussehender Typ saß bei ihr und hielt ihre Hand. Ich sah sie also nur an, rührte in meinem Café Crème und flehte die himmlischen Mächte an, daß etwas passieren sollte. Und dann passierte tatsächlich etwas. Die Frau meines Lebens stand auf und ging zu den Toiletten. Als sie zurückkam, zwinkerte sie mir kurz zu und ließ mit einer überraschenden Bewegung ein Kärtchen auf die Tischplatte fallen. Darauf standen ein Name und eine Telefonnummer. Sonst nichts. Mein Herz machte einen freudigen kleinen Hüpfer. Und so begannen die aufregendsten 24 Stunden meines Lebens …«

Mit diesen Zeilen beginnt diese romantische Geschichte um das verliebte Geplänkel und die Erlebnisse eines einzigen Tages. Ein Tag, der aufregender und romantischer, witziger und dramatischer wohl kaum sein könnte und den der Buchhändler Antoine wohl nie wieder vergessen wird.

Rezension

Es ist nicht das Ende, auf das man sich freut, im Gegenteil, es ist der Weg dorthin und das wunderbare und wohlige Gefühl, dass die Erzählweise und jeder einzelne Satz Barreaus in einem weckt. Meiner Meinung nach sind es auch die wenigen Seiten des Romans und die temporeiche Erzählweise, welche es besonders positiv hervorzuheben gilt. In einem filmischen Vergleich zu einer romantischen Komödie aus Hollywood, die mit großer Wahrscheinlichkeit unnötig in die Länge gezogen worden wäre, bietet der Roman eine angenehme Abwechslung und Konzentration auf das Wesentliche. Dennoch bleiben genug Möglichkeiten sich in der Geschichte zu verlieren oder romantischen Träumereien hinzugeben, man muss es nur zulassen. Schließlich können Romane doch wahr werden, meint zumindest Antoine.

Fazit

Nicolas Barreau beweist mit diesem knappen Büchlein, das nicht hunderte von Seiten notwendig sind, um eine mitreißende Geschichte zu erzählen und dabei nichts auszulassen. Im Gegenteil: Er erzählt diesen einen Tag ähnlich und thematisch doch ganz anders als Samuel Benchetrit in seinem Roman »Rimbaud und die Dinge des Herzens«, so intensiv, als ob man selbst Antoine wäre oder wenigstens so bildhaft und lebendig, wie eine französische Komödie auf großer Leinwand.

»Ich würde mein Herz in beide Hände nehmen und klingeln, und dann würde ich in die Gegensprechanlage sprechen und Isabelle bitten herunterzukommen, weil ich ihr etwas sehr Wichtiges zu sagen hätte. Und sie würde wenige Momente später das Tor aufmachen und mich ansehen und sagen „Da bist du ja endlich!“ und dann würde ich ihre Hand nehmen und sie nie wieder loslassen.«
S. 114

Die Mischung aus der Hoffnung die große Liebe gefunden zu haben und Alltagskomik, haben mich mitleiden und schmunzeln lassen und den Wunsch hervorgebracht, direkt im Anschluss den nächsten Barreau lesen zu wollen, und den nächsten und den nächsten, leider gibt es bislang nur drei. Ein Glück, dass der Autor noch so jung ist und hoffentlich noch viele Romane wie diesen schreiben wird. Ein Glück, dass im Herbst sein vierter Roman mit dem Titel »Eines Abends in Paris« erscheinen wird. Für all die Romantiker, diejenigen, die den französischen Kitsch mögen und die, die nach etwas Leichtem suchen.

Das Buch wurde ebenfalls schön zusammengefasst, kommentiert und diskutiert bei paperthin, NieOhneBuch, Catbooks, JanasBookLook, Lettersalad und Literaturwelt; hingegen ganz anders hat Books and More den Roman rezensiert.

Von mir gibt's

Kommentare

  1. Hi,
    dieses Buch von Barreau habe ich noch nicht gelesen – ich habe wiederum mit „Das Lächeln der Frauen“ die gleiche Erfahrung gemacht – brauchte auch ein wenig leichte und seichte Kost…. Das Buch kann ich auch sehr empfehlen, als kurzweilige, unterhaltsame und fröhliche Lektüre!
    LG
    Olivia
    P. S. Einen schönen Blog hast Du !

    • Bis auf das aktuellste habe ich alle gelesen, das »Lächeln der Frauen« gefiel mir auch gut. Einzig allein, die nicht existierende Identität des Autors und das Verhalten des Verlags haben mich irgendwie demotiviert den aktuellen Band, der hier bereits liegt, zu lesen. Irgendwie schade. Danke für das Lob zum Blog – das wir im übrigen zu zweit betreiben 🙂

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