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Hörbuch | »Hilfe, ich bin reich« von

Anderthalb Millionen auf einen Schlag!

Seit heute gibt’s bei Audible das Hörbuch »Hilfe, ich bin reich« von Kim Schneyder in der neuen Rubrik Chick lit zu kaufen. Die herzallerliebste Silvia bot mir an, schon einmal vorab für euch reinzuhören. Dieses reizvolle Angebot wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, auch wenn es, wie ich zugeben muss, doch eine kleine Herausforderung für mich war, da ich mich nicht zu den klassischen Chick lit Hörern zähle. Warum nicht? 1. Ich bin viel zu alt für sowas 2. Hach ja, damals… 3. Mhm, vielleicht bin ich dafür doch nicht zu alt, streichen wir also Punkt 1. Auch wenn ich mich mit den meisten Charakteren dieses Genres nicht wirklich identifizieren kann, so gibt es doch genug Situationen und Gedankengänge aus Geschichten wie Bridget Jones, Mondscheintarif oder auch der Serie »Sex and the City« die mich doch sehr zum Schmunzeln bringen und Herz und Seele einfach unglaublich gut tun. Und da ich per se ein neugieriger und aufgeschlossener Mensch bin, kam ich nicht umhin, dieses wunderbare Angebot anzunehmen.

Was ist Chick lit ?

In Windeseile suchte ich also nach einer Definition, die mir Chick lit etwas verständlicher macht und wurde auf Wikipedia fündig.

Der Begriff Chick lit bezeichnet ein Genre meist belletristischer Literatur, das man der Frauenliteratur zuordnen kann. Die Bezeichnung kommt aus dem Englischen und setzt sich aus den Wörtern Chick (für junge Frau) und lit (für Literatur) zusammen.

Die Chick lit hat sich um das Jahr 2000 im englischen Sprachraum etabliert. Als Meilensteine dieser Literaturgattung gelten Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück der Autorin Helen Fielding und die amerikanische Fernsehserien Sex and the City, die auf Kolumnen der Autorin Candace Bushnell zurückgeht. Die Chick lit wird meistens der geistigen Richtung des Postfeminismus zugeordnet.

Fazit: Bei Chick lit handelt es sich somit um Literatur für junge Damen oder sensible Knaben, die sich witzig, heiter, leicht, fröhlich und seicht unterhalten lassen wollen. Aus der Ich-Perspektive werden Themen wie Männer, Shoppen, Beauty und Lifestyle, Sex, Luxus, Glamour, Karriere, Freundschaft und menschliche Beziehungen, sowie diverse Lebensfragen ausführlich diskutiert. Die Protagonistinnen sind meist zwischen 20-40 Jahren und bieten dem Leser die Möglichkeit aus seinem Alltag in ihren zu flüchten und sich mit ihren Problemen etwas abzulenken. Probleme oder Fettnäppchen werden mit reichlich Charme und Witz gelöst oder lösen sich gar von ganz allein.

Worum geht’s?

Der Titel »Hilfe, ich bin reich« machte auf mich einen spannden Eindruck, denn sofort stellte ich mir die Frage »Wieso Hilfe? Ist doch super!« – und genau damit beginnt auch die Geschichte!

»Verfüge nie über Geld ehe du es hast.« Thomas Jefferson
»Es stimmt nicht, wenn Leute behaupten Geld wäre nicht alles! Geld ist alles!« Molly Becker
»Glaubt ihr das geht? Millionen gewinnen und es niemandem sagen? Ob ich schon mal davon geträumt habe reich zu sein? Klar, habe ich – hat doch jeder mal. Vermutlich ist das überhaupt die meist geträumte Phantasie der Welt. Ist also ganz normal schätze ich. Was ich dann machen würde? … «

Schon kommen wir zu der Frage aller Fragen – was würdest du machen, wenn du plötzlich reich wärst? Und wie kann es sein, dass Lissys Onkel Franz in nicht mal einem Jahr sage und schreibe 3 Millionen verloren hat?

Kurzbeschreibung

Anderthalb Millionen auf einen Schlag! Gerade hat Molly noch herum fantasiert, was man mit einem Lottogewinn alles anstellen kann und jetzt ist ihr Traum Wirklichkeit. Sie ist völlig aus dem Häuschen, aber vorsichtshalber beschließt Molly, ihren Gewinn vorerst geheim zu halten. Doch das ist nicht so einfach, denn ein paar Wünsche hätte sie schon, und ihren Eltern würde sie auch gerne bei der Hypothek unter die Arme greifen. Die staunen nicht schlecht, als ein Schreiben ihrer Bank eintrifft, das ihnen anlässlich eines Jubiläums sämtliche Schulden erlassen werden. Dumm nur, dass Mollys Mutter nichts für sich behalten kann. Und wie soll Molly ihren Freundinnen erklären, woher die neuen Klamotten stammen, oder das schicke Cabrio? Und damit fangen ihre Probleme erst so richtig an…

Rezension

Mit viel Humor geht es zu einem rasanten Abstecher in Mollys chaotische Welt. Turbulent werden wir durch Mollys Alltag gewirbelt, leben ihre Sorgen und lernen Mollys Gedanken und Gefühle kennen. Molly arbeitet als Imageberaterin bei »Winners only«. Sie lebt zusammen mit ihren zwei Freundinnen Lissy und Tessa in einer Villa, welche die drei als Haushüter solange umsonst bewohnen dürfen, bis ein Käufer gefunden ist. Außerdem ist Molly noch mit Frederic zusammen, der nicht nur sein ganz spezielles Kamasutra erfunden hat, sondern auch ganz versessen darauf ist, seine vielfältigen und kreativen Stellungen beim Sex auszuprobieren.

Molly scheint also ein ganz ereignisreiches, erfüllendes und gut gelauntes Leben zu führen, wäre da nicht ihre Unfähigkeit mit ihren Finanzen umzugehen und ihre unglaubliche Naivität. Doch das Universum scheint es gut mit ihr zu meinen und beschert der liebenswerten Molly einen Anderthalb-Millionen-Lottogewinn.

Meiner Einschätzung nach handelt es sich hier um eine Geschichte, die die Hörerschaft in zwei Parteien spalten wird. Jene, denen diese Geschichte sehr gut gefällt, die sich mit Molly Becker identifizieren und sich dem herzzereißenden Humor annehmen können… Und Jenen, die sich von diesem Werk, wegen seiner ein stückweit genretypischen Klischees nicht angesprochen fühlen. Es handelt sich hierbei um ein Paradebeispiel von Chick lit, allerdings in einer etwas platteren Umsetzung als ich es von »Bridget Jones« oder »Sex and the City« gewohnt bin. Ich persönlich kam mit der Naivität und Unfähigkeit der Protagonistin nicht zurecht und war von ihren Entscheidungen oftmals genervt. Auf der anderen Seite harmoniert dieses Handeln durchaus zu ihren Wesenszügen, sodass das von ihr gewonnene Bild in höchstem Maße authentisch daherkommt. Ich hatte leider zunehmend den Eindruck gewonnen, dass die Autorin hier auf ein naives, oberflächliches Frauenbild abzielt. Die Darstellung von Frauen als geistlose ‘Dummchen’ halte ich für äußerst schwierig und stigmatisierend. Mit einer etwas lockeren und unverkrampfteren Einstellung zur Geschichte bin ich mir jedoch sicher, werden viele ihren Spaß haben und herzliches Lachen, Augenzwinkern und Schmunzeln bleibt garantiert nicht aus.

Wer spricht?

Was mir hingegen besonders großes Vergnügen bereitet hat, ist die fantastische Stimme von Irina von Bentheim, die der Geschichte die nötige Würze an Sarkasmus genau an den richtigen Stellen einhaucht. Vielen dürfte ihre Stimme passenderweise von Carrie aus »Sex and the City« vertraut sein.

Irina von Bentheim verzaubert mit ihrer so wunderbaren femininen, fröhlichen, cleveren, charmanten Art und den vielen feinen Nuancen in ihrer Stimme. Sie schaffte es auch mir des Öfteren durch ihr lebendiges Sprechen das ein oder andere Schmunzeln abzugewinnen. Daher an dieser Stelle ein besonders großes Lob an die Sprecherin, da sie die Geschichte meisterhaft umgesetzt hat und einfach ideal für solche Geschichten ist. Da Irina von Bentheim jedoch sehr schnell spricht, war ich persönlich sehr über die Hörbuchkapitel dankbar, da hin und wieder doch eine Pause vom aufmerksamen Zuhören von Nöten war. Ich persönlich werde mich in Zukunft weiterhin auf die Verfilmungen dieses Genres begrenzen. Das Buch hätte ich mit großer Wahrscheinlichkeit sehr schnell bei Seite gelegt, das Hörbuch hingegen weiß dank Irina von Bentheim durchaus zu unterhalten und verleiht dem Charakter der Molly Becker mehr Tiefe als es das Buch wahrscheinlich je schaffen wird.

Fazit

Wer sich also locker-leicht unterhalten lassen möchte und über die Naivität anderer ein bisschen besser hinwegsehen kann als ich, wird mit diesem Hörbuch sicherlich einige unterhaltsame Stunden haben. Wer aber bereits mit »Sex and the City« oder »Bridget Jones« nichts anfangen konnte oder die selbe Raffinesse in der Geschichte erwartet, der sollte besser die Finger von diesem Hörbuch lassen. In jedem Fall rate ich aber allen, es im Zweifelsfall lieber mit dem Hörbuch, als mit dem Buch zu versuchen.

Von mir gibt's

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